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Seite 17 Kommentar

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Image © Hildesheim, St Godehard
DER SÜNDENFALL
Moses 3:1-6

Hier haben wir eine wunderbare Komposition, in der die strenge Zweiteilung des Raumes durch den Baum aufgelöst wird, durch den verderblichen Kreislauf der Sünde. Satan, in Form des gefallenen Engels Luzifer, würgt die Schlange heraus, die dann Eva den Apfel reicht. Ihrerseits mit der Ursache ihres Sündenfalls konfrontiert, übergibt Eva den Apfel an Adam, der ihn mit einer Hand empfängt und mit der anderen ißt. Diese Miniatur ist ein Beispiel einer sich fortsetzenden Erzählung, die mehrere dramatische Episoden in einer Szene zusammenfügt.

Luzifer, der die Schlange schickt, um die teuflische Tat zu vollbringen, ist ein angelsächsisches Charakteristikum, das in Oxford, in der Bodleian Bibliothek, Junius 11 (Caedmon-Genesis) zu finden ist. Im anglo-normannischen geilstlichen Spiel Le Mystère d’Adam, aus der Mitte des 12. Jahrhunderts, ist Diabolus selbst der Verführer, und der Apfel wird Eva erst nach dessen Abtritt von der Schlange überreicht. (Studer 1949, xxii AP, 57, pl. 108).

Adam und Eva, die hier neben dem Baum sitzen und nicht stehen, erscheinen auch in Caedmon-Genesis. Dort zeigt ihre Haltung Reue und Verzweiflung nach dem Sündenfall.
 
   

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